Hey, sicherlich habt ihr bemerkt, dass diese Woche erst am Sonntag nicht ein Eintrag, sondern gleich zwei Einträge gekommen sind.
Und weil keiner direkt mit Negativem konfrontiert werden will, kommt das Wichtigste zuerst:
Einmal: Ich lebe noch.
Viel entscheidender ist aber: Ich habe nun einen 69-Tage-Streak bei Duolingo!
Der Vogel bleibt aber immer noch ein erpresserisches Miststück!
Nun aber zu den ernsten und erwachsenen Dingen im Leben.
Mein Kalender ist so voll, dass ich aktuell nicht weiß, ob ich rückwärts, vorwärts oder gar aus Optimierungsmöglichkeiten seitwärts laufen soll!
Aktuell beginnt mein Leben um 4 Uhr morgens und bis 18 Uhr bin ich beruflich eingespannt. Daneben habe ich noch mein Ehrenamt und weil ich wohl betrunken oder unter Drogeneinfluss – ich wünschte, es wäre so, leider war ich klar bei Verstand und habe das rational entschieden! – Denn keine Macht den Drogen, es sei denn, wir reden vom originalen Monster Energy. Den brauche ich bald intravenös in meine Blutbahn! – ein wenig Platz gefunden habe, bin ich meiner beruflichen Umwelt auf den Keks gegangen und habe um eine ca. 1,5–2-jährige Verpflichtung in Form einer Weiterbildung gebeten.
Dazu kommt mein Alter, weshalb mein innerer Akku nach 10 Minuten Angry Birds spielen leer ist und ich an die Steckdose angeschlossen werden möchte.
Verstehe gar nicht mehr, warum man als Kind nicht schlafen gehen wollte! Schlafen auf die 1!
Dazu kommt mein im Moment sehr darunter leidendes Familienleben und die Erkenntnis: Ich bin einfach kein Morgenmensch.
Also habe ich eine Ausrede gefunden, warum ich es nicht auf die Kette kriege und der Blog zu wenig Aufmerksamkeit von mir bekommen hat, und habe um einen persönlichen Termin bei Mr. One and Only Kalender gebeten.
Und holy war das eine hitzige Schlacht.
Es sind Sachen gefallen wie:
„Du hörst nie zu, hab dir doch gesagt, ich brauche eine Pause!“
und
„Du verstehst mich nicht, wie ich mich ausgebrannt fühle, weil dauernd irgendwer was von mir will!“
Anmerkung der Redaktion: Wahre Begebenheit.
Ich war auf dem Klo und machte so mein Geschäft, als mich eine unbekannte Nummer anrief. Ich dachte, es wäre ein Handwerker, auf den wir warten.
Am Ende war es nur der Trainer der Mannschaft, gegen die wir nächste Woche ein Spiel haben.
Von Spam-Mails bis hin zu Benachrichtigungen aus allen Ecken dieser Welt – ich bin so voll, dass ich wirklich auch engsten Freunden nicht mehr die Zeit schenke, ausführlich auf Geschriebenes einzugehen.
Und was sagt der Kalender zu all meinen Vorwürfen?
Er sagte schlicht, er habe keine Zeit zum Streiten.
Der nächste Anruf wartet.
Und ich bin selbst schuld daran, nicht er.
Nach einer beleidigten Nacht und ein paar Süßigkeiten mehr muss ich sagen:
Er hat Recht.
Denn ich habe das so entschieden und ich wollte, dass es am Ende so kommt.
Bis auf die Tagdienste – da habe ich keinen Einfluss drauf.
Aber viel entscheidender ist nicht die Sache, wie voll mein Tag ist.
Sondern was diese Tage lebenswert macht.
Warum ich auch solche Tage überstehe.
Und was die Motivation ist, diese Tage zu leben.
In meinem Fall ist es das Abendessen mit der Familie.
Am Abend nach Hause zu kommen und im Kreise der Liebsten begrüßt zu werden.
Zu wissen:
Ich hasse es noch immer, wenn ich erwachsen sein muss.
Aber es gibt verdammt gute Gründe, es zu tun!
Und auch wenn mein Tag stürmisch ist und die raue See erst einmal so bleibt, habe ich einen Ort der Ruhe, an dem ich atmen kann und erst einmal absolut gar nichts mehr muss, sondern nur kann!
Oder aber einen spontanen Besuch bei Freunden, die einen dazu bringen, einen Berg hochzulaufen, obwohl man eigentlich keine Lust darauf hat.
Ich bin nicht alleine damit.
Jeder hat seinen Sturm und seinen Kalender.
Daher hoffe ich, dass meine Zeilen irgendwo und irgendwann auch zu einer kleinen Pause für euch werden und wir gemeinsam einmal durchatmen.
P.S.: Wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich gar nicht, wer der eigentliche Feind ist.
Der Kalender?
Oder eigentlich der Wecker?
Ich glaube, ich bin da an etwas Größerem dran!
Stay tuned!