Diese Woche ist der Anfang des Artikels ein anderer. Zuerst bedanke ich mich bei BUSHIDO, der sein Album wie folgt benannte: „Von der Skyline zum Bordstein zurück“. Und während ich so in meiner Arbeit feststeckte, kam eine Mail rein von meiner Wunschliste auf Steam. Und schon war ich gefangen in der Entscheidung: Kaufe ich es oder bin ich nicht zu erwachsen, um mich für so etwas zu begeistern?
Wisst ihr, ich bin ein großer Animefan. Ich bin ein Anhänger der Diablo-Reihe (Tyrael kommt irgendwann, sobald ich meine Nadelfobie überwunden habe – auch als Tattoo an meine Wade), also weit weg von dem, was man mittlerweile wohl als krassen Alpha-Mann definieren würde. Und doch bin ich es auf der einen oder anderen Seite!
Aber was macht einen Mann zu einem Mann? Gibt es wahre Männer noch oder ist diese Frage eigentlich wie der Weg zum One Piece?
Aber mal von Anfang an zu meinen Gedanken!
An sich arbeite ich in einer Branche, in der ich dafür bezahlt werde, Probleme zu erkennen, in Sekunden zu reagieren und Entscheidungen zu treffen, für die ich innerhalb kürzester Zeit diverse Faktoren berücksichtigen und auf Reaktion A oder B zurückgreifen muss.
Dieser Job ermöglicht es mir, Steuern zu zahlen, meine Familie zu ernähren, meinen Sohn zum Hort zu schicken und frei zu sein, um im Urlaub Abenteuer zu erleben.
Ich zahle Kredite für die Eigentumswohnung ab, um frei zu werden von Erhöhungen der Nebenkosten oder der Miete. Ich bezahle der Strom- und Gasmafia meine Schutzgebühr, um zu kochen und meinen Fernseher zu bespaßen.
Alles in allem: Ich übernehme Verantwortung, wenn ich muss.
Doch …
Wenn ich die Wahl habe, sitze ich auf der Couch, strecke meiner Frau die Zunge raus, nerve sie, wann ich Pfannkuchen kriege, schließe eine politische Koalition mit meinem Sohn, um das Ziel zu erreichen, und schaue zu, wie die Ninja Turtles dem Foot-Clan in den Hintern treten.
Auch könnte ich euch erzählen, wenn mein Kleiner etwas im TV schaut, wäre ich super entnervt und würde auf mega erwachsen mit ihm meckern und so etwas wie „Mach den Schwachsinn aus!“ von mir geben.
Doch die Wahrheit ist: Ich lasse mich davon einfangen und setze mich am Ende mit ihm hin und schaue und erlebe mit ihm, was ihn gerade beschäftigt!
Anmerkung der Redaktion: Hier und da zum Missfallen meiner Frau.
Ich bin auch der Mann, der sich wie ein Teenager mit 5 kg Eis auf die Couch hockt, „Bauer sucht Frau“ anschaut und sich einfach über die Leichtigkeit meines Lebens erfreut.
Damals fragten mich meine Verwandten, wann ich endlich erwachsen werde. Heute antworte ich ihnen: Ich bin erwachsen, wenn ich muss, aber ansonsten habe ich dafür leider keine Zeit mehr, da Erwachsensein mir keinen Spaß bringt.
Und seien wir ehrlich: Wir können alle warten, bis der Kuchen fertig ist, aber den Teig aus der Schüssel zu naschen ist der eigentliche wahre Kuchen.
Und jetzt gehe ich Ma … äh, meinte natürlich meine Frau … fragen, ob ich mein Taschengeld haben kann, um Spiele zu kaufen, während ihr euch Gedanken macht, wann ihr eurem inneren Kind das letzte Mal begegnet seid.